Erste Hilfe leisten

Erste Hilfe leisten

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Erste Hilfe: Menschen in Not oder bei allgemeinen Unfallsituationen zu helfen ist unsere rechtliche Pflicht. Jeder von uns war sicherlich schon einmal in der Situation, in der wir auf die Hilfe eines Mitmenschen angewiesen waren. Sei es in unserem privaten Umfeld, im Beruf oder während unserer Freizeit. Um so mehr sollte es auch für uns selbstverständlich sein, anderen Menschen in Notfällen zu helfen. Unter dem Begriff „Erste Hilfe“ versteht man alle ersten Hilfsmaßnahmen, die an Ort und Stelle einleitet werden, bevor der Betroffene von einem Arzt fachmännisch betreut wird.

Die plötzliche Dringlichkeit, Erste Hilfe einzusetzen, lässt keine Zeit um vorher nachzulesen, welche Handgriffe benötigt werden. Umso wichtiger ist eine gute Ausbildung. Durch den unerwarteten Notfall kommt es bei den Ersthelfern und den in der Umgebung stehenden Personen häufig zu unüberlegtem Verhalten. Deshalb ist es wichtig, dass Ruhe bewahrt wird, ein sicheres Auftreten und umsichtiges Handeln ausgeübt und dem Verunfallten beruhigend zugesprochen wird. Bei allen Gefahren, die auf die/den Verunfallten noch einwirken können, ist der Selbstschutz immer mit zu berücksichtigen. Gefahren können hier z. B. Autos oder die Ausbreitung einer Brandquelle sein.

Atemstillstand

Erkennen:

  • Keine Atembewegungen sicht- bzw. fühlbar
  • Keine Atemgeräusche hörbar
  • Sichtbare Verlegung der Atemwege

Maßnahmen:

  • Den Notruf möglichst gleich nach Feststellung des Atemstillstandes absetzen
  • Sichtbare Fremdkörper aus dem Mund entfernen
  • Keine unnötige Zeit mit einer zu langen Inspektion des Mund-/Rachenraumes vergeuden. Sollten Fremdkörper auf den ersten Blick erkennbar sind, müssen diese vor Beginn der Beatmung entfernt werden.
  • Setzt auch durch Überstreckung des Halses keine Atmung ein, muss sofort mit der Atemspende begonnen werden.

Herzinfarkt

Herzinfarkte sind die häufigsten Herzerkrankungen. Ursache ist der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Über diese Gefäße wird der Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ein solcher Verschluss entsteht durch jahrelange Einwirkung der Risikofaktoren wie:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • zu hohe Cholesterinwerte

Erkennen:

  • Starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die oft auch in den linken Arm, die Schulter oder den Oberbauch ausstrahlen
  • Die Betroffenen sind sehr unruhig, manchmal auch sehr ruhig sein
  • Sie haben Angst
  • Das Gesicht ist blass-grau, manchmal schweißnass
  • Die Betroffenen sind geschwächt und klagen über Übelkeit, gelegentlich auch mit Erbrechen.
  • Der Blutdruck ist gesenkt

Da ein Herzinfarkt unterschiedlich stark auftreten kann, sind auch die Anzeichen unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Im schlimmsten Fall tritt ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein.
Maßnahmen:

  • Sofort Notruf absetzen
  • Überprüfen von Bewusstsein, Atmung und Lebenszeichen
  • Bei einem Kreislaufstillstand muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen und bis zur Ankunft des Rettungsdienstes durchgeführt werden
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, ist er mit erhöhtem Oberkörper (entlastet das geschwächte Herz)
  • Enge Kleidung öffnen und den Betroffenen gegenüber seiner Umgebung abschirmen. Unruhe, Aufregung und Anstrengung sind unbedingt zu vermeiden
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wird der Kreislauf überwacht und der Betroffene ständig vom Ersthelfer betreut

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung wird in zwei Abschnitte unterteilt.

1. Herzdruckmassage

  • Neben dem Betroffenen in Höhe des Brustkorbs knien
  • Den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbes platzieren (unteres Drittel des Brustbeins)
  • Den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand aufsetzen
  • Die Arme ausstrecken und den Brustkorb senkrecht von oben durch Gewichtsverlagerung des eigenen Oberkörpers 30x ca. 4-5 cm tief eindrücken (Arbeitsfrequenz 100/Minute)
  • Druck- und Entlastungsdauer sollten gleich sein

2. Atemspende

  • Die Atemwege durch Neigen des Kopfes nach hinten und gleichzeitigem Anheben des Kinns freimachen
  • Mit Daumen und Zeigefinger der an der Stirn liegenden Hand den weichen Teil der Nase verschließen
  • Mund des Betroffenen bei weiterhin angehobenem Kinn öffnen
  • Einatmen und Lippen um den Mund des Betroffenen legen
  • Luft über einen Zeitraum von einer Sekunde gleichmäßig in den Mund des Patienten blasen, so dass sich der Brustkorb sichtbar hebt
  • Kopflage des Betroffenen erhalten, eigenen Kopf zur Seite drehen, einatmen und darauf achten, ob sich der Brustkorb des Betroffenen wieder senkt
  • Betroffenen ein zweites Mal beatmen
  • Setzt die Atmung wieder ein, stabile Seitenlage
  • Setzt die Atmung nicht ein, Druckmassage und Atemspende bis zum Eintreffen der Rettung durchführen

Beatmung und Herzdruckmassage erfolgen dann im steten Wechsel: 30 x Drücken, 2x Beatmen.

Knochenbrüche

Bereich Arme und Beine
Knochenbrüche und Gelenkverletzungen sind immer mit Schmerzen verbunden. Daher vermeidet die verletzte Person Bewegungen der betroffenen Gliedmaßen. Ersthelfer sollten grundsätzlich keine Bewegungsversuche unternehmen!
Erkennen:

  • Schonhaltung des Betroffenen
  • Unnatürliche Lage betroffener Gliedmaßen
  • Bewegungseinschränkung oder Bewegungsunfähigkeit
  • Schmerz im Bereich des Bruches
  • Wunde, evtl. sichtbarer Knochen

Maßnahmen:

  • Bruchstelle nicht bewegen
  • offenen Bruch mit Wundauflage bedecken
  • Schockbekämpfung
  • Beim geschlossenen Knochenbruch mit nassen Tüchern kühlen
  • Notruf absetzen
  • Polstern (z.B. mit Decken, Kleidungsstücken etc.)
  • Keine Einrenkungsversuche

Bereich Wirbelsäule
Erkennen:

  • Schmerzen im Rückenbereich
  • Unvermögen, sich aufzurichten
  • Kribbeln oder Gefühllosigkeit in Armen und Beinen
  • Abgang von Stuhl und Urin möglich

Maßnahmen:

  • Lage des Betroffenen nicht verändern, bis Arzt eingetroffen ist
  • Rettung nur bei lebensbedrohender Zusatzgefahr: Betroffenen in vorgefundener Lage vorsichtig wegziehen
  • Lagerung, ohne die Körperhaltung zu verändern
  • Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung: Stabile Seitenlage anwenden
  • Lebenszeichen wiederholt kontrollieren
  • Notruf absetzen

Verbrennungen

Verbrennungen und Verbrühungen sind durch Hitze ausgelöste starke Schädigungen der Haut und tiefer liegender Gewebe. Durch große Brandwunden verliert der Körper große Mengen Gewebeflüssigkeit. Dieser Flüssigkeitsverlust kann zum Schock führen. Dabei wirkt der Verbrennungsschmerz verstärkend.
Erkennen:

  • Schmerz
  • Hautrötung
  • Blasenbildung
  • Tiefergehende Gewebeschädigungen

Brennende Kleidung verursacht beim Betroffenen Angst – er läuft davon und facht somit den Brand zusätzlich an.
Maßnahmen bei brennender Kleidung:

  • Person aufhalten
  • Wolldecke zum Löschen so halten, dass eine Selbstverletzung ausgeschlossen ist
  • Decke um den Hals des Betroffenen ganz abschließen

Betroffenen auf den Boden legen und die Decke vom Hals in Richtung Füße mit den Händen abstreifen.

  • Feuerlöschern nicht auf das Gesicht richten (es gibt Feuerlöscher, die nicht zum Ablöschen brennender Personen verwendet werden dürfen, entsprechende Hinweise auf dem Feuerlöscher dringend beachten)
  • Bei Verbrennungen Gliedmaßen sofort in kaltes Wasser eintauchen oder unter fließendes Wasser halten, bis der Schmerz nachlässt (mind. 15 Minuten)
  • Bei Verbrühungen Kleidung möglichst rasch entfernen, ohne dabei die Kühlung zu verzögern
  • Schockbekämpfung
  • Keimfreie Bedeckung der Brandwunden mit Verbandtüchern
  • Lebenszeichen kontrollieren
  • Keine Anwendung von Hausmitteln (wie bei allen Verletzungen)! Der Arzt muss die Wunde unverändert sehen, um sie beurteilen und versorgen zu können
  • Notruf absetzen

Stabile Seitenlage

Durch die Stabile Seitenlage wird sichergestellt, dass die Atemwege freigehalten werden und Erbrochenes, Blut o.ä. ablaufen kann. Der Mund des Patienten wird zum tiefsten Punkt des Körpers, somit wird er vor dem Ersticken bewahrt.

Schritt 1

  • Seitlich neben dem Betroffenen knien
  • Beine des Patienten strecken
  • Den nahen Arm des Bewusstlosen angewinkelt nach oben legen, Handinnenfläche zeigt dabei nach oben

Schritt 2

  • Fernen Arm des Patienten am Handgelenk greifen
  • Arm vor der Brust kreuzen, Handoberfläche des Betroffenen an dessen Wange legen
  • Hand festhalten

Schritt 3

  • An den fernen Oberschenkel greifen und Bein beugen

Schritt 4

  • Den Betroffenen zu sich herüber ziehen
  • Das obere Bein so ausrichten, dass der Oberschenkel im rechten Winkel zur Hüfte liegt

Schritt 5

  • Hals überstrecken, damit die Atemwege frei werden
  • Mund des Betroffenen leicht öffnen
  • Die an der Wange liegende Hand so ausrichten, dass der Hals überstreckt bleibt

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